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Es reicht Tom….

…., denn wenn man eine Sache zu sehr übertreibt wird sie bedeutungslos.

Erst stundenlang auf dem Sofa sitzen, gute Miene zum bösen Spiel machen und dann ablästern ist irgendwie doof. Auch mit „Augenzwinkern“. Selbst, wenn es sich um ein Hollywood-Urgestein wie Tom Hanks handelt.

Sorry, man kann auch mal „Nein“ sagen, wenn man keine Lust hat auf eine Bremer-Stadt-Musikanten-Mütze hat. Man muss die Zuschauer auch nicht mit seinen persönlichen Handyschnappschüssen aus Eisenhüttenstadt langweilen. Jetzt fällt es einem natürlich echt nicht so leicht, etwas Positives über Eisenhüttenstadt zu sagen, aber es gibt bestimmt was! Die Leute, die dort leben, wissen das. Was Sie noch nicht wussten, ist, dass Hollywoodstars neuerdings anscheinend extra dorthin reisen, um so eine Art Grusel-Disney-Tour zu machen: „Seht mal, so scheiße sah es hier früher überall aus, haha, ist das nicht zum Davonrennen, ach nee, ging ja nicht!?“ – „It’s fascinating“, sagt er, aber man merkt deutlich seinen Argwohn gegen dieses Monument der sozialistischen Bauweise. Und das ist ja auch berechtigt, aber Mr. Hanks ist da eigentlich nur hingefahren, um mit seinem zur Verfügung gestellten Schlitten mal richtig Gas zu geben auf der deutschen Autobahn. Doch genug darüber.

Eigentlich sollte man nun den gnädigen Mantel des Schweigens darüber breiten, was sich letzten Samstag bei „Wetten, dass..?“ zugetragen hat, aber in der „Bild“-Zeitung wurde in den letzten Tagen das Blättchen, äh, das Fähnchen so in den (West-)Wind Hollywoods gehängt, dass es kaum mehr auszuhalten ist.
Wer die Sendung nicht sehen mag, muss es auch nicht. Wer nicht hingehen mag, muss es auch nicht. Aber lasst gefälligst den Menschen ihren Spaß, die Freude an dem Format haben.
Herr Lanz macht seine Sache nämlich nicht schlecht. Und er ist wenigstens nicht so undankbar wie ein Gewisser Herr G. der auch nur ab und an mal aus den USA zu Besuch kommt.

Also, festzustellen ist, und festzuhalten bleibt und darüber wird zu reden sein: Der Tom Hanks ist ein toller Schauspieler. Gerade tingelt er durch die Lande, um seinen neuen Film „Cloud Atlas“ zu bewerben. Da kann einem der eine oder andere Termin schon mal nicht so locker von der Hand gehen. Und keiner kann uns erzählen, dass niemand Tom Hanks und auch Halle Berry, die von Anfang an auf dem Sofa saß, als hätte sie einen Stock verschluckt, gesagt hätte, dass diese Familienshow zu den längsten in der deutschen TV-Geschichte zählt. Und Tom Hanks war bereits bei „Wetten, dass..?“ – anno irgendwann, als der Gottschalk das noch gemacht hat: „Ich war schon einmal mit Leo DiCaprio dort. Ich habe die Show damals nicht verstanden, und ich verstehe sie heute noch weniger.“ Scheinbar hat er deswegen angefangen wie ein „Brüllaffe“ zu „randalieren“, als er den Tisch umwarf. Du bist Tom Hanks und nicht Lou Ferrigno alias „Der unglaubliche Hulk“.

Lanz muss sich das in der „Bild“ jedenfalls nicht reinziehen, wir wissen doch, wo es herkommt: Wenn die „Leser-Reporter“ schreiben, dass sie sich „im Namen der Deutschen entschuldigen möchten“, dann ruft das sicher viel Beifall hervor, aber auch Ablehnung. Und zwar hier: Nein, eine Entschuldigung ist wirklich überflüssig! Anbiedernde Äußerungen wie: „Es tut mir so leid, was Markus Lanz Ihnen angetan hat!“, sind geradezu grotesk.

Und jetzt ist Schluss, denn es gibt wirklich wichtigere Dinge. Und dazu gehören NICHT die Wahlen in den USA!
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